Was für ein Abend!

Wer von einer Seitenstraße gegen 19.30 Uhr in die Bahnhofstraße einbog, dem bot sich ein fantastischer Anblick:

Weißgekleidete Haarerinnen und Haarer saßen auf vielen, vielen, mit weißem Stoff gedeckten Tischen, und sogar die Bänke hatten eine weiße Baumwollhülle bekommen. Weiße Luftballons schaukelten entlang der Bahnhofstraße in der lauen Sommerluft, dort, wo sonst der Verkehr die Nerven vibrieren lässt. Ein Bild, wie es sich schöner nicht darbieten konnte und das zeigte, dass sich unsere Bewohner als eine große Gemeinschaft empfinden, die miteinander zu feiern versteht. Man aß die mitgebrachten – vorwiegend weißen – Schmankerln, trank ein Glaserl und zündete bei Anbruch der Dunkelheit die vielen Kerzen an. Romantisch wie ein Südseeurlaub. Gelächter und frohe Gespräche klangen durch die Straße und zeugten von der fröhlichen und begeisterten Stimmung der Besucher.

Und erst das Rathaus! Da konnte man sehen, wozu seit Wochen Stoffbahnen genäht, Ösen eingeschlagen, und – last but not least – ca.6000 Handabdrücke mit bunten Farben auf die Bahnen gedruckt wurden. Ein fantastischer Anblick, das Ganze jetzt an der Fassade des Rathauses zu sehen. Bis hinauf zur Turmspitze war es damit verhüllt und bot einen atemberaubenden Anblick. Und unser Verein, besonders unsere Vorsitzende Dagmar Richter mit Ehemann Andreas, haben das zusammen mit dem Künstlerverein, insbesondere Karl Hertje, möglich gemacht. Bis zum Abend war Andreas beschäftigt, und trug maßgeblich zur Schönheit und Sicherheit dieses einmaligen Gemeinschaftswerkes bei. Tausende von Händen, die die Vielfalt der Haarer Bevölkerung darstellen, waren auch ein Hinweis darauf, dass es in Haar einen Verein gibt, dessen Motto die Hände sind, im Namen und auch als Symbol für das Motto „Miteinander-Hand in Hand“. Und nicht vergessen werden soll auch der Einsatz unseres Mitgliedes Günter Goller, der schon das Gesicht des Farblokals wurde. Unermüdlich begleitete und half er, dass die Farben auf den Stoff und nicht an unerwünschte Stellen gelangten, und überall da, wo es eine Hand brauchte.

Und man kann es kaum glauben: nach einer einzigen Probe sang ein Chor aus Haarerinnen und Haarern, die sich nur zu diesem Zweck zusammen gefunden hatten, zwei Lieder, die es in sich hatten und deren Text Programm ist: Das Zammalied und das Lied „Hand in Hand“.

Frenetischer Beifall belohnte Chor und Dirigentin.

Und dann gab es noch, von Katharina Dworzak, ebenfalls ein Vorstands – und sogar Gründungsmitglied von handinhandinhaar – die durch das Programm geführt hat, ein einmaliges Erlebnis mit der Spinnenfrau namens Irrlicht. Sie symbolisierte das Netzwerk, das sich über alle Bewohner spinnenartig webt, mit einer Performance, bei der sich die Besucher selbst mit fast unsichtbaren Fäden verbinden. Wie in einem science fiction Film griffen Hände nach dem sich über den Köpfen ausbreitenden Gespinnst. Symbolträchtiger geht es nicht.

Nur zögerlich löste sich diese Veranstaltung auf und nur ungern gingen die Menschen wieder auseinander. Aber einen Trost gab es: die Bürgermeisterin deutete an, dass man ein so gelungenes Event einfach wiederholen muss! In diesem Sinne ein hoffnungsvolles Auf Wiedersehen!

Einen besonderen Dank möchten wir noch an das Stoffhaus L.T.S., das Technische Hilfswerk, die Volkshochschule Haar und die Gemeinde Haar richten, ohne deren Hilfe und Unterstützung die Rathausverhüllung so nicht möglich geworden wäre. Auch an alle anderen Helferinnen und Helfer vom Verein unseren herzlichen Dank. Und ganz herzlich und voller Hochachtung bedanken wir uns bei Andreas Richter.

Text: Monika Malinowski – Fotos: Felizitas Frenzel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen