Handinhand-Mitglieder als Besucherinnen im Maria-Stadler-Haus

Unser Maria-Stadler-Seniorenheim besteht seit ca. 30 Jahren in der Gemeinde Haar und ist ein fester Bestandteil dieses lebendigen Ortes. Es ist ein offenes, freundliches Haus und seine Bewohner machen einen zufriedenen Eindruck. Trotzdem ist der Tag lang und manch ein Bewohner bekommt nur wenig Besuch von Angehörigen oder alten Freunden. Da ist es dann schon einmal ein wenig einsam und man freut sich über jede Abwechslung. Seit Jahren gehen ehrenamtliche Besucherinnen und Besucher zu den alten Herrschaften, lesen vor, machen Spiele mit ihnen oder unterhalten sich ganz einfach ein wenig. So hat auch der Verein einen Kooperationsvertrag mit der Leitung des Hauses abgeschlossen und seit zwei Jahren besuchen einige unserer Mitglieder Bewohnerinnen oder Bewohner regelmäßig, um ihnen den Alltag etwas farbiger zu gestalten. Regelmäßige Besuchstage sind im Wochenrythmus der Seniorinnen und Senioren ein Highligth und unsere Mitlieder werden immer sehr erwartet. Doch auch für unsere Besucherinnen ist es meist eine bereichernde Begegnung. Manche BewohnerInnen haben viel zu erzählen aus einem langen Leben im Rahmen der geschichtlichen Geschehnisse: Eine oft karge Kindheit, schreckliche Erlebnisse während des zweiten Weltkrieges und eine entbehrungsreiche Zeit des Aufbaus. Aber auch Berichte von intakten Familien, in den noch selbst gesungen wurde, man sich bei lustigen Spielen vergnügte und vor allem, von der Zeit, als man noch jung und tatkräftig war und das Leben noch vor einem lag. Mancher erzählt von einer langen Ehe und mancher von seinen Kindern, die nun in alle Welt verteilt sind. All diese Dinge sind für unsere Besucherinnen ein Kaleidoskop aus Lebensweisheiten und Erinnerungen, das den SeniorInnen gut tut und die eigene Sicht auf diese Zeit erweitert.

Um sich miteinander auszutauschen und von Erlebnissen mit den alten Menschen zu berichten, treffen sich die Handinhand-Besucherinnen regelmäßig zu einem netten Austausch in geselliger Runde im Cafestüberl im Maria-Stadler-Haus. Von Frau Becker, der Betreuerin des Projektes, liebevoll mit kleinen Imbissen betreut, kann so jede von ihren Erfahrungen erzählen und auch mit Erlebnissen mit sehr kranken oder gar sterbenden Menschen berichten. Dieser Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Bestandteil dieser Aufgabe und hilft, auch wenn es mal traurig war. Immer zur Weihnachtszeit hält die Geschäftsleitung des Hauses eine kleine Anerkennung für die Besucherinnen bereit und der Verein dankt mit einer Kleinigkeit für die verständnisvolle nette Begleitung durch Frau Becker. So war es auch in diesem Jahr und wir hoffen, dass sich recht viele Mitgliederinnen und Mitglieder für diesen sinnvollen Besuchsdienst gewinnen lassen werden.

Text: Monika Malinowski

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